5 WEICHEN FÜR DEINEN RISE EINSTIEG
Du hast deine Evaluation abgeschlossen und dich für RISE with SAP entschieden. Nun gehts ans Vorprojekt und die Vertragsverhandlungen.
Die wichtigsten Stellgrössen bei RISE – Datenhoheit und US Cloud Act, das Kostenrisiko bei zu knapp angesetztem Sizing, der richtige Zuschnitt der Standardisierung, die Zuständigkeiten im Betrieb und der Umgang mit deinen bestehenden Lizenzen – lassen sich in dieser Phase alle aktiv gestalten. Du musst nur wissen, worauf zu achten ist.
RISE ist nicht dein Risiko. Ein ungeprüfter Einstieg in RISE ist es.
Genau darum geht es in diesem Beitrag: Wir zeigen dir, auf welche Weichen du jetzt achten musst, damit der Einstieg zu deinem Unternehmen passt.
Autor: Dzemal Paftali
Vor der Unterschrift hast du den grössten Gestaltungsspielraum
Dass RISE with SAP der richtige Weg sein kann, steht ausser Frage: schneller auf S/4HANA, moderne Plattform, planbarer Betrieb.
Es ist aber kein Schalter, den du einfach umlegst, sondern eine Kette von Entscheidungen über Sizing, den Umgang mit Lizenzen, Datenklassifizierung, Clean-Core-Schnitt und Betriebsmodell. Diese Faktoren prüfst du am besten sorgfältig, bevor du unterschreibst. Dann hast du Gestaltungsspielraum und Verhandlungsmacht, um das Beste für dein Unternehmen herauszuholen.
Schauen wir uns an, worauf es bei jeder der fünf Weichen ankommt.
5 Weichen auf einen Blick
Passendes Sizing mit Blick auf Wachstum
Das Initial-Sizing ist ein Stolperstein, dem wir häufig begegnen. Die benötigten Ressourcen werden tendenziell unterschätzt, und Nachbestellungen werden schnell teuer.
Häufig unterschätzt werden zum Beispiel Zusatzkomponenten für die Connectivity, also die Anbindung an andere Systeme, die nicht im Standardumfang enthalten sind. Werden sie produktiv gebraucht, werden zusätzliche Serverressourcen benötigt.
Wird Serverkapazität erst nachträglich zugekauft, greift der ursprünglich verhandelte Paketrabatt nicht mehr im gleichen Masse. Was von Beginn an mitverhandelt wird, ist entsprechend deutlich günstiger.
Verstärkt wird das durch jährliche Preisanpassungsklauseln (Saran, 2025).
Wir berechnen ein realistisches Sizing auf Basis echter Datenmengen und Wachstumsannahmen und buchen den absehbaren Bedarf direkt in den Erstvertrag ein, um vom maximalen Paketrabatt zu profitieren.
Für alles, was sich heute nicht abschätzen lässt, verhandeln wir Preisstabilität über die Vertragslaufzeit.
Die richtigen Töpfe für deine Daten
Du fragst dich ob deine Daten in der Schweiz bleiben? Ja. Und ob somit niemand aus dem Ausland zugreifen kann? Nein. Beide Antworten stimmen. Die wichtige Frage ist: Welche meiner Daten sind das überhaupt?
Entscheidend ist nicht, wo die Server stehen, sondern welchem Recht dein Anbieter untersteht. Ein Rechenzentrum in Zürich ändert daran nichts.
Wir klassifizieren deine Daten nach Schutzbedarf, wählen Region und Infrastruktur passend dazu und klären, was dein Vertrag an Verschlüsselung und Zugriffsregelung hergibt. Der grösste Hebel: Was gar nicht erst ins System kommt, musst du nicht absichern.
Eine Restexposure gegenüber ausländischem Zugriffsrecht kannst du nicht wegverhandeln. Dich entlastet nicht die Behauptung, es gebe kein Risiko. Dich entlastet der Nachweis, dass du bewusst entschieden hast. Den liefern wir mit.
Gezielt Standardisieren
Clean Core ist ein sinnvolles Prinzip solange du steuerst, was hineingehört.
Mit Clean Core bleibt der Kern im Standard, damit SAP ihn laufend weiterentwickeln kann, ohne dass deine Anpassungen brechen. Geschäftskritische Alleinstellungsmerkmale, die Prozesse die dich ausmachen, sollten aber keinesfalls mitstandardisiert werden. Sonst sinkt die Differenzierung und teure Re-Integrationen drohen (Saran, 2025).
Wir trennen das im Architektur-Workstream: Standardprozesse auf den Kern, individuelle Logik als Side-by-Side-Erweiterung auf der BTP, verbunden über eine saubere Integrationsarchitektur. So bleibt der Kern clean und der Vorsprung geschützt.
Orchestrierte Zusammenarbeit
Im RISE-Betrieb verschiebt sich Verantwortung zwischen dir, SAP und deinen Partnern. Bleibt die Aufteilung unscharf, entsteht genau die operative Distanz, die viele fürchten, inklusive Streit über SLAs und Zuständigkeiten (Saran, 2025).
Dieses Beispiel einer Client Copy zeigt, dass SAP die Durchführung und somit den operativen Durchgriff übernimmt. Die Planung sowie die Vor- und Nacharbeiten bleiben in deiner Verantwortung.
| Tätigkeit | Kunde | SAP |
| Planung Client Copy | X | |
| Umfang festlegen | X | |
| Vorbereitungsarbeiten | X | |
| Service Requests bestellen | X | |
| Durchführung | X | |
| Nacharbeiten | X |
Diese Konstellation ist weniger flexibel als im Eigenbetrieb. Entsprechend passt du deine Arbeitsweise an: Wenn du Aufträge von Anfang an präzise und vollständig formulierst, lässt du möglichst wenig Raum für Fehler. Das verlangt eine genauere Planung im Vorfeld.
Wir unterstützen dich bei der Planung, dem Briefing und der Qualitätssicherung.
Deine bestehenden On-Premise-Lizenzen: abgeben oder behalten
Zum Schluss ein Punkt, über den die meisten falsch informiert sind und den du bewusst entscheiden solltest:
Was passiert mit deinen bestehenden On-Premise-Lizenzen, wenn du zu RISE wechselst?
Weit verbreitet ist die Annahme, dass du deine Lizenzen mit dem Wechsel zu RISE zwangsläufig und unwiderruflich verlierst. Das stimmt so nicht. Tatsächlich hast du die Wahl und kannst deine Lizenzen unter Umständen behalten.
Entscheidend ist, wie du den Übergang von On-Premise zu RISE gestaltest. Dafür gibt es zwei Wege:
- Weg 1: Lizenzen abgeben
Hier gibst du deine Lizenzen schrittweise ab, sobald die entsprechenden Funktionen auf RISE laufen. Damit entfallen die Wartungskosten für diese Lizenzen. Im Gegenzug gibst du das Nutzungsrecht an deinen Lizenzen vollständig auf. - Weg 2: Wartung kündigen, Lizenzen behalten
Hier kündigst du die Wartung vertragsgerecht auf Ende Jahr. Bis dahin zahlst du Wartung und RISE-Abo parallel. Dafür bleiben dir die Lizenzen erhalten. Während des Übergangs nutzt du sie weiter, allerdings ohne Wartung, also ohne Updates und Support. Das ist ein vorübergehendes Risiko: Tritt in dieser Phase ein Problem auf, stehst du ohne Support da. Mit dem Abschluss des RISE-Projekts entfällt es aber, danach laufen deine Funktionen auf RISE, und die alten Lizenzen bleiben als ungenutzte Assets bestehen, ohne weitere Kosten.
Beide Wege haben ihren Preis: Weg 1 kostet dich dauerhaft das Nutzungsrecht, Weg 2 eine Übergangsphase mit doppelten Kosten und dem vorübergehenden Risiko eines Betriebs ohne Support.
Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob du deine On-Premise-Lizenzen behalten möchtest und wie du das Risiko in der Übergangsphase bewertest. Wir unterstützen dich bei der Evaluation des richtigen Wegs.
Auf deiner Seite des Tisches
Es gibt viele Partner die eine RISE Migration für dich durchführen können. Warum solltest du also genau uns wählen?
Wir bringen beides: die volle Liefer-Kompetenz (Greenfield, Brownfield, Migration, Lizenzmanagement, Integration, Betrieb) und den Blick fürs Ganze, der dafür sorgt, dass du nach dem Projekt mehr Handlungsspielraum hast, nicht weniger.
Wir benennen die Risiken vollständig und beraten dich in jedem Aspekt. Wir legen alle Karten auf den Tisch, damit du uns deine Transformation guten gewissens anvertrauen kannst.
Die richtige Reihenfolge
Zum Schluss der Gedanke, auf den es ankommt: Die meiste Energie fliesst erfahrungsgemäss in die Vertragsverhandlung: Rabatte, Laufzeiten, Konditionen. Mindestens ebenso wichtig ist aber, sich zuerst klar zu machen, was man überhaupt braucht. Ein guter Rabatt gleicht kein zu knappes Sizing aus, keine ungeklärte Datenfrage und keine Lizenzentscheidung, die niemand durchgerechnet hat.
RISE ist nicht dein Risiko. Ein ungeprüfter Einstieg in RISE ist es.
Darum lohnt es sich, die Reihenfolge umzudrehen: Bevor du über Preise sprichst, kläre erst, was du von deinem Cloud-ERP wirklich brauchst. Am besten mit jemandem, der dir auch sagt, was du nicht hören willst.
Stell uns auf die Probe. Bring deine drei grössten Bedenken zu RISE mit.
Wir sagen dir ganz ehrlich, welche deiner Bedenken sich lösen lassen und welche bleiben.
Das ist der Anruf, von dem du mehr mitnimmst, als du erwartest. Selbst wenn wir nie zusammenarbeiten.
GRÜEZI
HALLO
HOLA
HELLO
CIAO
BONJOUR
ALLEGRA
TSCHÜSSI TSCHÜSSI
GRÜEZI
HALLO
HELLO
CIAO
CIAO
HOLA
BONJOUR
ALLEGRA
Kurz erklärt: „RISE" – offiziell und umgangssprachlich
Wenn im Alltag von „RISE“ die Rede ist, ist damit häufig der gesamte Weg in die SAP Private Cloud gemeint, inklusive Transformation und Betrieb („Wir machen ein RISE-Projekt“).
Offiziell trennt SAP aber zwei Dinge:
- RISE with SAP bezeichnet die Transformations-Journey für bestehende SAP-ERP-Kunden auf dem Weg in die Cloud. Sie verbindet Methodik, Tools und Services mit einem SAP-gemanagten Cloud-Betriebsmodell.
- SAP Cloud ERP Private ist das eigentliche ERP-Produkt: eine dedizierte, für dich isolierte Lösung (Single-Tenant) mit vollem Zugriff auf den Standard und Raum für eigene Anpassungen. Sie hiess bis 2025 SAP S/4HANA Cloud, Private Edition.
In diesem Beitrag verwenden wir „RISE“ im gängigen Sinn für den Weg in die SAP Private Cloud.